Der Holzspielplatz und seine Lebensdauer – wenn Spielanlagen altern.

08. November 2018

Auch am Holzspielplatz nagt der Zahn der Zeit – doch wie groß ist eigentlich die Lebensdauer von solchen Holzbauten? Und was passiert mit dem Holz eingestellter Anlagen? Die Holzauswahl ist für eine lange Lebensdauer von Spielgeräten und -anlage entscheidend, denn Holz ist nicht gleich Holz – manche Arten sind wesentlich robuster als andere. Zukünftiger Standort der Spielanlage, Witterungsbedingungen und die Nutzungsintensität spielen deshalb eine große Rolle bei der Wahl. Wer auf Holzarten mit einer hohen Eigenresistenz setzt und dazu noch regelmäßig Spielplatzkontrollen durchführen lässt, trägt maßgeblich zum langen Leben der Anlage bei. So tun sich Spielplatzbetreiber auch im Hinblick auf die Entsorgung einen großen Gefallen.

Welche Holzart macht einen Holzspielplatz haltbar?

Es gibt zwei Arten von Holz, die im Bau eingesetzt werden: Für den Außenbereich ideal sind Holzarten mit einer hohen, natürlichen Eigenresistenz. Bei Arten, die diese nur ungenügend aufweisen, bedarf es konstruktiver oder chemischer Schutzmaßnahmen. Die chemische Variante ist die günstigste, dafür aber auch die problematischste. Gemäß der Dauerhaftigkeitsklassen nach DIN EN 350-2 – die Norm bezieht sich dabei auf die Widerstandsfähigkeit von Holz gegen Pilzbefall – eignet sich die Robinie ganz besonders gut für den Außenbereich. Auch die europäische Eiche ist als „dauerhaft“ eingestuft. Fichte, Buche oder Birke weisen dagegen nur eine geringe natürliche Dauerhaftigkeit auf und sollten durch konstruktive (empfehlenswert) oder chemische Holzschutzmittel Unterstützung erfahren. Holzarten für den Außenbereich sind im Normalfall wenig anfällig für schädliche Insekten – doch bei Pilzbefall ist Vorsicht geboten, oft ist die Holzstruktur in einem Balken schon zerstört, obwohl er von außen noch stabil wirkt.

Konstruktive Schutzmaßnahmen für den Holzspielplatz

Um die Lebensdauer von Spielplätzen aus Holz zu verlängern, greifen Sie am besten auf konstruktive Schutzmaßnahmen zurück. Auch zur Unterstützung von geringer Eigenresistenz eignen sich diese ideal. In erster Linie zielen sie darauf ab, Feuchtigkeitsquellen, die in das Holz einziehen könnten, zu eliminieren.

Grundsätzlich umfassen die Maßnahmen den Schutz vor:

  • Niederschlag sowie eine schnelle Ableitung von Regenwasser (Staunässe gilt es unbedingt zu vermeiden)
  • Spritzwasser
  • aufsteigender Feuchtigkeit (zum Beispiel durch den Einsatz von Pfostenschuhen, um direkten Erdkontakt zu vermeiden)
  • Kapillarwasser
  • Kondenswasser

Dazu sollten Sie auf die Dauerhaftigkeitsklasse der verwendeten Holzart achten. Schraubenverbindungen sollten in das Holz eingesenkt, bzw. vorgebohrt worden sein. Denn Risse oder Ausbrechungen im Holz laden Pilze geradezu ein. Konstruktive Maßnahmen bedürfen einer weitsichtigen Planung, um auch etwaigen Veränderungen von Untergrund oder Umgebung standzuhalten.

Kontrollen verlängern die Lebensdauer von Spielplätzen aus Holz

Um möglichen Holzschäden frühzeitig entgegenzuwirken, ist eine regelmäßige Kontrolle und Pflege ein Muss. Nur so erlangt Ihr Holzspielplatz eine lange Lebensdauer. Das dreistufige Kontrollsystem der DIN EN 1176 empfiehlt sich für jeden Spielplatzbetreiber:

  • 1 x in der Woche: Prüfung der Spielgeräte auf Beschädigung oder Auffälligkeiten durch Betreiber oder beauftragte Sachkundige. In sozialen Brennpunkten empfiehlt sich eine tägliche Sichtkontrolle der Anlage.
  • 1 bis 3 x im Monat: Gründliche Kontrolle auf Geräteverschleiß – hier müssen Sie auch die Vorgaben zu Wartung und Pflege des Herstellers beachten.
  • 1 x im Jahr: Intensive Prüfung der Betriebssicherheit durch einen Fachmann, der den Holzspielplatz vor allem im Blick auf Standfestigkeit, Stabilität und bereits durchgeführte Reparaturen inspiziert.

Wenn ein Holzspielplatz altert und entsorgt werden muss

Sei es durch hohes Alter, äußere Gewalteinwirkung oder Aufgabe des Platzes aus anderen Gründen – irgendwann hat auch mal das beste Stück Holz ausgedient. Idealerweise wurde bei der Entwicklung von Spielplätzen und -geräten die Entsorgung, Recycelfähigkeit, Kompostierbarkeit und die Wiederverwertung des Holzes schon mitgedacht. Es lohnt sich deshalb schon beim Kauf, einen Blick auf die Seriosität des Herstellers zu werfen. Altholz lässt sich nach dem Bayerischen Landesamt für Umwelt in mehrere Kategorien unterteilen:

  • naturbelassenes Holz, das nicht mit holzfremden Stoffen behandelt wurde
  • bearbeitetes Holz, welches mit Leim, Farbe, Lack oder Ähnlichem in Berührung gekommen ist
  • Holz, das mit z. B. PVC beschichtet wurde
  • Holz, das mit Holzschutzmitteln behandelt wurde
  • PCB-haltiges Holz, wie Dämm- und Schallschutzplatten

Wohin mit dem ganzen Altholz?

Haushaltsübliche Altholz-Mengen können Sie über den Wertstoffhof vor Ort oder den Sperrmüll entsorgen. Gut erhaltenes und naturbelassenes Holz lässt sich dabei häufig auch anderweitig weiternutzen – so sparen Sie sich Abfall und schonen dazu die Umwelt. Sobald es aber um größere Mengen geht – was bei einem Holzspielplatz wahrscheinlich der Fall ist – wird das Holz in Betrieben zur Altholzaufbereitung entsorgt. Dafür müssen Sie vorab Menge, Art, Herkunft und Behandlungszustand des Holzes angeben. Besonders wichtig ist die Deklaration „gefährlicher“ Althölzer – das betrifft PCB-haltiges und mit Holzschutzmitteln behandeltes Holz. In einzelnen Fällen ist dafür sogar eine analytische Untersuchung nötig. Deshalb ist es schon bei der Spielanlagen-Wahl beziehungsweise dem Bau so wichtig, gutes, robustes und langlebiges Holz zu verwenden – so sparen Sie sich im Fall der Fälle viel Arbeit. Bei Mengen über 100 Kilogramm braucht es dazu einen Anlieferungsschein für Altholz oder diverse Praxisbelege, wie Liefer- und Wiegescheine (gemäß § 11 Abs. 4 AltholzV).

Fazit: Schon bei der Holzspielplatz-Entwicklung die Entsorgung im Blick haben

Wir finden, dass Umwelt uns alle etwas angeht! Deshalb werden bei eibe die Faktoren Lebensdauer und Entsorgung von Holz schon in der Produktentwicklung mitgedacht. Holz, als CO2-neutraler und ressourcenschonender Rohstoff ist nicht ohne Grund unser Hauptwerkstoff Nummer eins! Übrigens lässt sich die Problematik der Lebensdauer von Spielplätzen aus Holz auf ganz einfache Weise umgehen – zumindest, wenn es um einzelne Elemente geht. Anstatt Häuschen oder Zäune aus „totem“ Holz zu bauen, lassen Sie es lieber wachsen. Elemente, die aus lebendem Pflanzenmaterial bestehen, sehen dazu noch richtig gut aus. Weidenpflanzen eignen sich zum Beispiel wunderbar zum Bau von Hütten, Zelten oder Spielwänden.

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