Konzept „Grünes Klassenzimmer“ – praktisch lernen unter freiem Himmel!

10. Januar 2019

Ein grünes Klassenzimmer? Klingt erst einmal interessant und nach großzügiger Farbgestaltung im Schulgebäude. Doch das „Grüne Klassenzimmer“ findet nicht in Innenräumen statt, auch nicht in grün gestrichenen. Vielmehr beinhaltet das Konzept die Idee, dass Kinder fächerübergreifend und ganzheitlich viele Dinge im Garten, bzw. in der Natur lernen. Von naheliegender Biologie über Chemie, Physik, Deutsch und Mathe finden sich fast alle Fachbereiche unter freiem Himmel wieder.

Im Umgang mit der Natur Umweltbewusstsein vermitteln

Ein weiteres Ziel des grünen Klassenzimmers ist es, das Wissen um Umweltschutz zu stärken. Denn dafür muss das notwendige Bewusstsein überhaupt erst geschaffen werden. Das Erkennen ökologischer Zusammenhänge und eine kritische Auseinandersetzung mit Umweltproblemen außerhalb des Klassenzimmers sind für unser aller Zukunft relevant. Darüber hinaus wird die Aufnahmebereitschaft der Schüler gesteigert – Lernen macht dank des Ortswechsels plötzlich viel mehr Freude. Und das praktische Forschen und Recherchieren ist eine stimulierende Abwechslung.

Das grüne Klassenzimmer in Schule, Kindergarten und KiTa

Viele Schulen, sowohl Grundschulen als auch weiterführende Schulen, haben auf ganz unterschiedliche Weisen ein grünes Klassenzimmer „installiert“. Die Vielfalt ist groß. Schließlich hat nicht jede Schule gleich viel Platz. Es gibt mal mehr, mal weniger Lehrkräfte, die das designierte Stückchen Grundstück betreuen können und die Schwerpunkte werden unterschiedlich gesetzt. Die einen nutzen dabei das vorhandene Biotop, die anderen haben einen großen Gemüsegarten. Oder es findet sich ein geradezu professionelles Versuchslabor mit Gewächshaus & Co. Es gibt viele „Grüne Klassenzimmer“-Ideen! Am meisten Erfolg und Spaß an der Sache bringt natürlich das Einbinden der Schüler und Schülerinnen von Anfang an. Gleiches gilt selbstverständlich für Kindergärten und Kindertagesstätten. Hier müssen Pädagogen und Pädagoginnen allerdings auf die unterschiedlichen Fähigkeiten und Voraussetzungen für kleinere Kinder achten.

Wo findet man ein grünes Klassenzimmer?

Doch was, wenn die eigene Schule (noch) kein grünes Klassenzimmer hat? Unternehmen, Landes- und Bundesgartenschauen, Kommunen, Städte (z. B. Coburg oder Sindelfingen) und Gemeinden bieten Kindern und Eltern ähnliche Konzepte. Besonders auf Landesgartenschauen hat das grüne Klassenzimmer eine lange Tradition! Hier können Garten- und Landschaftsbauer noch freier (und meist mit etwas mehr Budget) planen und gestalten, um bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen neue Begeisterung für die Umwelt zu wecken.

Termine „Grünes Klassenzimmer“ 2019:

Interessant: Waldorfschule und grünes Klassenzimmer

In Waldorfschulen ist das Konzept, dass Kinder praktisch und eigenverantwortlich ökologisch erzogen und unterrichtet werden, schon lange integriert. Es gibt sogar ein eigenes Fach dafür: Gartenbau. Dieser soll Kinder direkt im Umgang mit der Natur zeigen, wie durch ihren Einsatz Pflanzen gedeihen oder bei Vernachlässigung eingehen. Kinder der sechsten bis zur achten Klasse erlangen dabei praktisches und theoretisches Wissen zur Bepflanzung und Pflege von Beeten. Gleichzeitig schaffen die Schüler und Schülerinnen so aktiv neuen Lebensraum, sowohl für Pflanzen als auch Tiere. Durch die Aussaat von Gemüse oder der Pflanzung von Obstbäumen lernen Kinder dazu, wo unsere Lebensmittel eigentlich herkommen. Den älteren Schülern wird weiterführend auch der Garten- und Landschaftsbau näher gebracht.

Die Geschichte des grünen Klassenzimmers

Das Grüne Klassenzimmer wurde als offizielles Projekt der „Weltdekade für nachhaltige Entwicklung“ der UNESCO 2008/2009, 2010/2011 und 2012/2013 ins Leben gerufen.

Soziale Aspekte im grünen Klassenzimmer 

Selbst im obersten Management ist bekannt, dass bei schwerwiegenden Problemstellungen im Miteinander ein Ortswechsel, möglichst nach draußen, wahre Wunder vollbringen kann. Das ist bei Kindern nicht anders. Wenn man gemeinsam zupackt, ein Projekt auf die Beine stellen muss oder sich an der hart erarbeiteten Ernte erfreut, werden Konflikte leichter beseitigt – oder sie entstehen gar nicht erst. Selbst Schüler, die sich im Frontalunterricht in eine passive Haltung zurückziehen, können beim Werkeln mit Spaten und Schaufel, beim Säen und Gießen plötzlich eine ganz neue, motivierte Haltung an den Tag legen und die Frustration des Schulalltags im wahrsten Sinn begraben.

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