Der Zusammenhang von Bewegungsförderung und Bildung bei Kindern.

21. Februar 2019

Die zwei großen Themen „Bewegungsförderung“ und „Bildung“ sind vor allem in der Erziehung Dauerthema. Oft werden beide Begriffe getrennt gedacht, doch handelt es sich dabei wirklich um zwei unabhängige Themen?

Dass Bewegung die Gesundheit fördert, ist längst erwiesen – und gerade in der heutigen Zeit wichtiger denn je. Hoher Medienkonsum und lange Stunden in Schule oder Büro lassen uns zu einer „Sitz-Gesellschaft“ verkommen, die Fettleibigkeit und Zivilisationskrankheiten mit sich bringt. Noch wichtiger – gerade für Kinder – ist Bewegung für die gesamte Persönlichkeitsentwicklung sowie die Ausbildung kognitiver Fähigkeiten. Der Zusammenhang zwischen Lernen und Bewegung rückt hier immer mehr in den Vordergrund.

Bewegung schärft den Verstand

Das wussten sogar schon die alten Griechen: Wenn das Denken mal ins Stocken geriet, brachte Aristoteles seine Gehirnwindungen durch Spaziergänge wieder auf Touren. Dass Bewegung die Gehirnentwicklung beeinflusst, zeigt schon die Evolution. Man muss nur einen Blick auf die Lebewesen werfen, die einen gewissen Intellekt vorweisen. Was haben sie gemeinsam? Sie sind in der Lage durch Bewegung Gefahren zu entweichen sowie die Selbstversorgung effizienter zu gestalten – sei es durch einen Ortswechsel bei Nahrungsmangel, taktisches Ausweichen vor Feinden oder die Nutzung von Werkzeug. Ein Baum hat vielleicht eine längere Lebensspanne als ein Mensch, hat aber trotzdem weder Gehirn noch Verstand entwickelt. Der essentielle Entwicklungsfaktor liegt in unserer Evolution: Denn wir haben einen aufrechten Gang und funktionstüchtige Hände ausgebildet. Mit unseren Händen können wir so filigran arbeiten, wie kein anderes Lebewesen – dem Daumen sei Dank! Bildung und Bewegungsförderung hängen demnach eng zusammen.

Was leistet unser Gehirn von Tag zu Tag?

Prof. Dr. Rolf Schwarz – Spezialist für Bewegungserziehung und Sport – schreibt dem Gehirn in seiner Publikation „Starker Geist in einem starken Körper“ acht Hauptfunktionen zu, die durch die Bewegungsförderung verbessert werden können:

  1. Aufnahme und Wahrnehmung von Umwelt- sowie Körpersignalen
  2. Steuerung und Kontrolle körpereigener Prozesse – Stichwort „vegetatives Nervensystem
  3. Konzentration und Aufmerksamkeit – unser Hirn sortiert Unwichtiges aus
  4. Lang- und Kurzzeitgedächtnis
  5. Abwägen und Entscheidungen treffen
  6. Strategisch denken und planen
  7. Probleme lösen und Schlussfolgerungen anstellen
  8. Ausführung und Steuerung von Bewegungen

Nach Schwarz’ Erkenntnissen sind Bewegungsförderung und Bildung keine getrennten Themen. Bewegung sollte deshalb vor allem bei Kindern eine zentrale Rolle im Kindergarten-, KiTa- oder Schulalltag spielen.

Bewegungsförderung unterstützt die Gehirnentwicklung bei Kindern

Was Erwachsene oft schon vergessen haben, ist bei Kindern noch sehr ausgeprägt: Sie wollen sich von Natur aus bewegen und mit allen Sinnen ihre Umwelt erforschen. Bewegungsförderung ist daher gerade für die frühkindliche Entwicklung unerlässlich. Laut der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung schafft sie die Grundlage für optimale Lernbedingungen in der Schule:

  • die Sauerstoffzufuhr des Gehirns ist höher, es wird besser durchblutet und verbessert so Konzentration, Aufmerksamkeit, Gedächtnisleistung und damit alle schulischen Leistungen
  • durch Herausforderungen, z. B. am Klettergerüst, stärken Kinder dazu problemlösendes sowie strategisches Denken, lernen Entscheidungen zu treffen und Risiken abzuwägen
  • wilde Rollenspiele oder andere Spiele, die Bewegung involvieren, verbessern den Umgang mit anderen Kindern und fördern sprachliche Fähigkeiten

Die kognitiven, sozialen, motorischen sowie emotionalen Entwicklungsbereiche profitieren alle, wenn sich ein Kind „handelnd“ mit seiner Umwelt auseinandersetzt – sei es durch Spiele in der Natur oder auf einer Spielanlage. Die Bewegungsförderung sollte daher unbedingt Teil von Kindererziehung sein.

Fazit: Bewegungsförderung und Bildung bei Kindern

Für Einrichtungsleitungen, Lehrer oder Eltern, die die Bewegung von Kindern fördern möchten, gilt: Fokus sollte auf einer ganzheitlichen Förderung liegen, die alle Entwicklungsbereiche des Kindes anspricht. Die Bewegung sollte dabei dauerhaft gefördert werden und vielseitig sein. Denn reines Hanteln-Stemmen zählt zwar zum Sport, benötigt zur Ausführung aber nur wenig Denkvermögen und trägt deshalb nicht unbedingt zur Gehirnentwicklung bei.

Professionell geplante Spielanlagen sind eine Möglichkeit, Kinder im freien Spiel bei der Erlangung neuer motorischer und somit auch kognitiver Fähigkeiten zu unterstützen. Unser eibe-Team zeigt Ihnen gerne, was einen entwicklungsfördernden Spielplatz ausmacht – als Aussteller der didacta wissen wir genau, wie über körperliche Aktivität von Kindern auch Lerninhalte vermittelt werden können. Sei es für die Bewegungsförderung in Kindergärten, KiTas oder auch in Schulen, Unis oder anderen Bildungseinrichtungen.

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